Resolution zur SüdLink-Trasse

 Resolution gegen das Vorhaben Trassenbau Sued-Link Entwurf 2014

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,


wir bitten, die nachfolgende Resolution dem Rat der Gemeinde Emmerthal zur Beschlussfassung vorzulegen:


Der Rat der Gemeinde Emmerthal lehnt den Trassenverlauf der sogenannten „Sued-Link Trasse“ durch die Gemeinde Emmerthal ab.


Ab 2022 soll über die geplante neue Gleichstromtrasse der Windstrom aus Offshore- und Küstenerzeugung verlustarm und kostengünstig nach Bayern transportiert werden.

Das mit der Ausführung beauftragte Unternehmen TenneT konnte bislang weder wissenschaftlich noch wirtschaftlich eine schlüssige Notwendigkeit für die geplante Streckenführung durch das Weserbergland vorlegen.

1. Der vorhandene und längst überholte Netzentwicklungsplan muss dringend grundlegend überarbeitet werden, und im Anschluss daran müssen das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) und das Bundesbedarfsplangesetz (BBPIG) entsprechend dem neuen Stand angepasst werden. Auf Grund wissenschaftlicher Untersuchungen ist damit zu rechnen, dass der Trassenbau „Sued-Link Entwurf 2014“ nicht erforderlich sein wird.


2. Die Anschlüsse an das AKW Grohnde sowie an das Umspannwerk sind nach Angaben von Tennet nicht geplant, so ergibt sich auch keine Begründung für die von TenneT vorgestellte Streckenführung.

Hier wurde lediglich einem Computervorschlag zur preisgünstigen Umsetzung unter Ausschluss vorhandener Widerstandsgebiete wie z.B. im Bereich Northeim gefolgt.

Die ohnehin durch das AKW belastete Gemeinde Emmerthal würde von der neuen Stromtrasse stark betroffen und nachhaltig in ihrer touristischen Entwicklung erheblich beeinträchtigt.

Kann TenneT nachvollziehbar die Notwendigkeit der Trasse und des Trassenverlaufs belegen, so stellen wir folgende Forderungen:

1. Die neue Stromtrasse wird auf dem Gebiet der Gemeinde Emmerthal komplett unterirdisch
verlegt unter besonderer Berücksichtigung des Umwelt- und Naturschutzes.
Hierzu verweisen wir darauf, dass die Trasse als Pilotprojekt für Erdverkabelung
ausgewiesen ist.

Den Anmerkungen der Fa. TenneT über die Probleme bei der Leitungsverlegung, den angeblichen Leistungsverlust und den Kosten können wir nicht folgen.
Seit Jahrzehnten verlaufen Kabel- und Versorgungsleitungen rund um den Globus unterirdisch. Die angeführte Kostensteigerung von Erdverkabelung gegenüber Überlandleitung verschleiert die Tatsache, dass TenneT zwar Kosten spart, diese aber in mehrfacher Münze in unserem Landkreis durch Landschaftsverlust bezahlt werden müssen. Die höheren Verlegungskosten bezahlen über den Strompreis alle Nutzer, den Landschaftsverlust nur die Betroffenen.

2. Die im Besitz von TenneT befindlichen vorhandenen beiden Ferntrassen werden
zurückgebaut.

Die Abschaltung des AKW in Grohnde macht die dortigen Fernleitungen überflüssig. Dazu gehören die Streckenabschnitte Bergshausen-Grohnde-Wahle und Grohnde-Landesbergen. Sollten Kapazitäten gebraucht werden, ließen sie sich nach einem entsprechenden Umbau über das vorhandene Leitungsnetz transportieren.

 

Mit freundlichen Grüßen